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Ob vom Satelliten, vom Flugzeug oder von der Drohne aus – Vermessung durch Laserscanner oder KI-gestützter Bilderkennung: In der Geodäsie kommen viele der aktuell spannendsten Technologien zum Einsatz. Und nicht selten werden sie für uns oder sogar durch uns entscheidend weiterentwickelt.

Die meisten von uns nutzen täglich die Positionsbestimmungs- und Navigationsfunktionen unseres Mobiltelefons. Ohne Geodäsie und globale Satellitennavigationssysteme würde das zum Beispiel erst gar nicht funktionieren. Eine Konstellation von Signalen umkreist zu jeder Zeit die Erde und ermöglicht es uns, unsere Position in Echtzeit mit Hilfe von Empfängern genau zu bestimmen. Mit Satelliten kann man aber noch viel mehr geodätisch erfassen, zum Beispiel den Meeresspiegelanstieg (siehe auch klimaschutz) oder millimetergenaue Bodenbewegungen.

Wem der Weltraum zu weit weg ist, der findet geodätische Sensoren auch „eine Etage tiefer“. Beim Airborne Laserscanning werden Lasersensoren an Flugzeugen oder Drohnen montiert, um große Gebiete schnell und präzise als Punktwolken zu erfassen. Daraus lassen sich Geländemodelle, Vegetationsstrukturen oder Objekte auf der Erdoberfläche ableiten.

Drohnen bringen bei vielen Vermessungsmethoden den entscheidenden Perspektiven-Vorteil.

Natürlich können solche hochgenauen 3D-Punktwolken auch durch terrestrisches Laserscanning gewonnen werden. Anwendung findet dieses Verfahren beispielsweise in der Kartographie, im Bauwesen, in der Denkmalpflege oder in der Landwirtschaft. Durch die Auswertung dieser Punktwolken können beispielsweise Feldfrüchte (siehe auch Präzisionslandwirtschaft) Gebäudestrukturen oder andere Objekte sehr detailgenau erfasst werden.

Für die Erstellung von 3D-Modellen ist jedoch nicht immer ein hochmoderner Laserscanner erforderlich. Auch mit fotografischen Aufnahmen lassen sich genaue Messungen von Lage, Höhe und Form erzielen. Durch die Aufnahme von Bildern aus einer Vielzahl von Blickwinkeln ist die Erstellung von Modellen mit Hilfe von Kameras und 3D-Software möglich.

Die aufgenommenen Daten müssen natürlich auch verarbeitet werden. Geodät*innen nutzen dafür Simulationssoftware oder Geographische Informationssysteme (GIS). GIS ist ein computergestütztes System zur Erfassung, Verwaltung, Analyse und Darstellung von Geodaten. Es ermöglicht die Integration und Analyse verschiedener raumbezogener Datenquellen wie Karten, Satellitenbilder, Vermessungsdaten und sozioökonomische Informationen. Es wird in der Geodäsie zur Datenanalyse, Kartenerstellung, räumlichen Datenbankmodellierung und Entscheidungsunterstützung eingesetzt.

All diese Technologien haben die Geodäsie erheblich vorangebracht und ermöglichen präzise Vermessungen, detaillierte Kartierungen und fortgeschrittene räumliche Analysen. Und sie werden ständig weiterentwickelt. Vielleicht erfindest du ja eines Tages den neuesten Sensor?