Wir haben Adleraugen!

#satellitenortung

Wusstest du, dass es mindestens vier Satelliten im Weltraum braucht, um zu bestimmen, wo auf der Erde du dich befindest? Genau das ist das faszinierende Geheimnis des GPS (Global Positioning System) – einem beeindruckendem Technologiewunder, das uns seit den 90er Jahren auf wenige Meter genau an jeden Ort auf unserem Planeten führt.

Und das funktioniert folgendermaßen: Spezielle GPS-Satelliten senden ihre Signale zur Erde. Und dein GPS-Gerät beispielsweise deine Smartwatch oder dein Smartphone fängt diese Signale auf und berechnet deine genaue Position, indem es misst, wie lange die Signale vom Satelliten bis zu deinem Gerät gebraucht haben. Wegen der zahlreichen Fehlerquellen bei dem langen Weg aus dem All ist die Bestimmung der eigenen Position und Geschwindigkeit umso genauer, je mehr Satelliten beobachtet werden. Ganz einfach: Mehr Satelliten bedeuten weniger Fehler und mehr Präzision!

Und das wird zum Beispiel beim Geocaching oder dem Aufzeichnen deiner Joggingroute sichtbar. Dafür reicht uns das amerikanische Standard-GPS nicht aus und wir benötigen für eine präzisere Positionsbestimmung seine jüngeren Geschwister. In den letzten Jahren haben sich das russische Glonass-, das chinesische Beidou- und das europäische Galileo-System entwickelt. Somit stehen uns also mittlerweile eine Vielzahl von Satelliten gleichzeitig zur Positionsbestimmung bereit. Alle senden das gleiche Signal, und die heutige Smartphone-Generation kann alle erkennen und verarbeiten. Dies bringt eine Genauigkeitssteigerung in den Zentimeter-Bereich und reicht damit vollkommen für viele Alltagsanwendungen aus.

Richtig spannend wird es nun, wenn wir versuchen, mit Hilfe dieser Satelliten eine Position hochgenau zu bestimmen. Hochgenau, was heißt das? Stell dir vor, du möchtest einen Punkt auf einer 1-Cent-Münze genau festlegen. Hier kommen Korrekturdaten ins Spiel, um mögliche Fehlerquellen zu beseitigen. Die Bestimmung dieser Korrekturdaten erfordert Wissen darüber, wie Mikrowellen in der Atmosphäre und Stratosphäre wandern. Man muss sich also im Weltraum wirklich gut auskennen. Und das ist der Job der Geodät*innen.

In Deutschland betreiben die Vermessungsverwaltungen der Länder den Satellitenpositionierungsdienst SAPOS mit über 270 Referenzstationen. In NRW und den umliegenden Ländern gibt’s den sogar umsonst. Heutzutage ist die Positionsbestimmung mithilfe von Satelliten der Standard bei der Festlegung von Grenz- und Vermessungspunkten jeder Art. Aber nicht nur Vermessungsprofis, sondern auch viele Landwirt*innen setzen beim sogenannten Precision oder Smart Farming auf diesen hochgenauen Satellitenpositionierungsdienst.

Ob im Alltag oder bei richtig präzisen Anwendungen – die Satellitengeodäsie mit ihren Positionierungssystemen ist ein Must-have für uns alle geworden.

Die Vermessung der Welt: Bei der Perspektive aus dem All liefern mehrere Satelliten im Zusammenspiel die präzisen GPS-Daten.

Jobportrait.

Von der Theorie in die Praxis! Überall sind Geodät*innen aktiv beteiligt, sei es bei der Verarbeitung von CO2-Messdaten in der Luft, bei Navigations-Anwendungen oder gar bei der Verbrechensbekämpfung. Geodät*innen aus verschiedenen Arbeitsbereichen erzählen dir, warum Sie ihren Job so cool finden und was ihnen daran Spaß macht. Lass dich inspirieren.