Wir sind Schwervermesser.

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#biomassenberechnung

Stell dir vor, du stehst auf einer Waldlichtung, umgeben von hohen Bäumen und grünen Pflanzen. Alles lebt und atmet um dich herum. Doch da ist noch etwas – etwas, das du nicht auf den ersten Blick sehen kannst, aber eine unglaubliche Energiequelle darstellt: Biomasse.  

Biomasse, das sind Dinge aus der Natur, wie Holz, Pflanzenreste oder Tierabfälle. Sie wird von Pflanzen mit Hilfe des Sonnenlichtes aufgebaut. Dabei werden CO2 und Wasser in der Photosynthese zu Kohlenhydraten und weiteren organischen Bausteinen umgewandelt. Biomasse ist also ein wahrer Natur-Energiespeicher und in der heutigen Zeit besonders interessant, da sie als erneuerbare Energiequelle genutzt werden kann. Was das bedeutet? Ganz einfach: Stell dir vor, anstatt umweltschädliche Dinge wie Kohle oder Öl zu verbrennen, können wir jetzt Pflanzen oder Abfälle verwenden, um Energie zu gewinnen. Und das Beste daran: Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen zuvor aufgenommen haben. Klingt cool, oder? Dann lass uns mehr über dieses grüne Energieabenteuer erfahren. 

Unsere Aufgabe als Geodät*innen ist es, die Biomasse zu berechnen. Das ist ein wichtiges Puzzlestück, um herauszufinden, wie viel Kohlenstoff im Wald steckt, wie produktiv er ist und wie es um seine Gesundheit steht. Speziell für kleine Waldgebiete, ist die Berechnung der Biomasse am genauesten, wenn sie auf tatsächlichen Feldmessungen beruht. Feldmessungen sind jedoch auf regionaler Ebene nicht durchführbar, da sie zu teuer, arbeitsintensiv und zeitaufwändig sind. Hier kommt also wieder die Fernerkundung ins Spiel. 

Mit Hilfe eines flugzeuggestützten LIDAR (Light Detection and Ranging) – das klingt zwar kompliziert, ist aber eine beeindruckende geodätische Technologie – können wir beispielsweise detaillierte Informationen über die Vegetationsstruktur des Waldes gewinnen. Dafür werden Laserimpulse ausgesandt und die Energie, die von der Erdoberfläche reflektiert wird, präzise gemessen. Aber das ist nicht alles! Sie misst auch, wie lange es dauert, bis diese Laserimpulse zum Sensor zurückkommen. Und hier kommt der Clou: Je nachdem, ob der Laserimpuls von den Baumkronen oder dem Boden reflektiert wird, dauert die Rückkehr unterschiedlich lange. Das ermöglicht uns, anhand von Referenzdaten Biomassewerte abzuschätzen. 

Neben Höhendaten liefern hyperspektrale Sensoren eine weitere clevere Methode zur Biomasseschätzung. Diese Sensoren fangen elektromagnetische Strahlung in vielen eng benachbarten Wellenlängenbereichen ein. Durch das Abgleichen dieser Daten mit Referenzinformationen entschlüsseln wir wertvolle Details zur chemischen Zusammensetzung der Pflanzen, wie den Chlorophyllgehalt, Wassergehalt und die Biomasse. 

Diese geodätischen Methoden zur Biomassebestimmung eröffnen die Möglichkeit, Biomasse nicht nur lokal, sondern auch auf regionaler und globaler Ebene zu erfassen. Auf globaler Ebene spielen diese Daten eine entscheidende Rolle in der Erforschung des Kohlenstoffkreislaufs und der Auswirkungen des Klimawandels auf terrestrische Ökosysteme. 

Neben der Wald-Biomasseschätzung ist auch die Bestimmung der Biomasse von Nutzpflanzen von großer Bedeutung. Mithilfe dieser Informationen können beispielsweise die Erträge von Weizenfeldern präzise berechnet werden. Dies hat nicht nur für Landwirt*innen eine hohe Relevanz, sondern spielt auch eine wichtige Rolle in Bezug auf die globale Ernährungssicherheit. Willst du Teil dieser wichtigen Mission werden? 

Geodäsie macht die Biomasse eines ganzen Waldes messbar.

Jobportrait.

Von der Theorie in die Praxis! Überall sind Geodät*innen aktiv beteiligt, sei es bei der Verarbeitung von CO2-Messdaten in der Luft, bei Navigations-Anwendungen oder gar bei der Verbrechensbekämpfung. Geodät*innen aus verschiedenen Arbeitsbereichen erzählen dir, warum sie ihren Job so cool finden und was ihnen daran Spaß macht. Lass dich inspirieren.